Fachkräftemangel und das Anerkennungsverfahren

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Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ist in der Presse allgegenwärtig. Basierend auf der Konzertierten Aktion Pflege hat das Bundesgesundheitsministerium nun eine Agentur gegründet.

Die Konzertierte Aktion Pflege hat einige Ideen hervorgebracht, wie man der gigantischen Problematik des Fachkräftemangels im Pflegebereich entgegenwirken kann. Aus einer dieser Ideen ist nun die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) mit Sitz in Saarbrücken entstanden. Eine vom Land Saarbrücken gegründete GmbH, auf dessen Webseite man folgendes findet:

"Die neue deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) mit Sitz in Saarbrücken ist eine von mehreren Antworten der Bundesregierung auf die Herausforderung des Pflegenotstandes in Deutschland. Die Einrichtung der DeFa gehört zum KAP-Handlungsprogramm „Pflegekräfte aus dem Ausland“. Unterstützt vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sind wir als selbständige Gesellschaft tätig." (Quelle www.defa-agentur.de). Dort heißt es weiter, dass sich die DeFa um die Anerkennungsverfahren ausländischer Gesundheitsfachkräfte kümmert. Es werden Phrasen benutzt wie "entschlacken und beschleunigen sämtlicher Verwaltungsverfahren" oder "vereinfachte und standardisierte Verfahren". Eins ist sicher, eine gute Werbeagentur wurde gefunden für diese Slogans. Dazu gab es auch genug Geld. Denn diese Agentur wird vom Bundesgesundheitsministerium unter Herrn Jens Spahn mit 4,7 Millionen Euro subventioniert. Trotzdem berechnet die DeFa pro Vorgang eine Gebühr von 350€, natürlich zuzüglich der anfallenden Kosten für Übersetzungen, und die Gebühren der anerkennenden Stelle.

Aber Moment mal, ist das wirklich so innovativ?

NEIN. Es ist genau das was PEHOMA Personal seit Jahren erfolgreich macht. Sogar besser. und das bemerkenswerte ist, zum gleichen Preis aber OHNE SUBVENTIONEN. Nun könnte man sich ja mal fragen, was mit den 4,7 Millionen passiert, oder wie die Vergabe dieser Gelder gelaufen ist. Denn wir bei PEHOMA Personal sind nicht kontaktiert worden. Ebenso wenig uns bekannte Mitbewerber, die ebenfalls diese Dienstleistungen anbieten.

Die Beschleunigung resultiert übrigens daraus, dass die Anträge auf Anerkennung mit dem Verweis auf eine Anpassungsmaßnahme oder eine Kenntnisprüfung erfolgen. Somit wird die eigentliche Ausbildung kaum mehr von der Anerkennenden Stelle geprüft und daher recht schnell beschieden. Natürlich mit der Auflage einer Anpassungsmaßnahme.

Unsere Experten prüfen sachkundig jeden einzelnen Fall und entscheiden dann welche Art der Anerkennung möglich ist. Soll heißen wir erreichen immer dann, wenn die Ausbildung es hergibt, eine direkte Anerkennung. Dies ist bei unseren Anträgen im Jahr 2019 zu über 85% der Fall gewesen.

Es wäre wesentlich sinnvoller gewesen, mit den bestehenden Agenturen zusammenzuarbeiten und Finanzierungsmöglichkeiten zu schaffen, um denjenigen Fachkräften mit anerkennungsfähiger Ausbildung die Sprachausbildung und auch die Anerkennung zu ermöglichen. Aber das wäre zu einfach und zu effektiv gewesen.

Ebenso wird stets und ständig annonciert, dass alle Verfahren sich vereinfachen. Dazu nenne man nur das "Fachkräftezuwanderungsgesetz". Leider haben wir auch da nicht viel Hoffnung, dass sich irgendetwas vereinfacht oder gar beschleunigt. Wenn man mit den zuständigen Bearbeitern in den amtlichen Stellen und bei den Botschaften spricht, wird es wohl auch wieder nur heiße Politikerluft sein, was am Ende rauskommt.

 

 

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